Würth-Gruppe wieder auf Wachstumskurs
08.05.26
Vertrieb als Erfolgsfaktor: Wie Digitalisierung und KI den Außendienst stärken
Ralf Schaich, Mitglied der Konzernführung der Würth-Gruppe, Sigrid Schneider, Pressesprecherin der Würth-Gruppe, und Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe, bei der Bilanzpressekonferenz 2026.
Vertrieb als Erfolgsfaktor: Wie Digitalisierung und KI den Außendienst stärken
- Umsatz steigt auf 20,7 Milliarden Euro
- Eigenkapitalquote erstmals über 50 Prozent
- E-Business: Anteil am Gesamtumsatz steigt auf über 25 Prozent
Nach einem leichten Umsatzrückgang 2024 ist die Würth-Gruppe wieder zurück auf Wachstumskurs: Der weltweit tätige Konzern, führend in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial, hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 20,7 Milliarden Euro abgeschlossen (2024: 20,2 Mrd. Euro). Das entspricht einem Plus von 2,3 Prozent, währungsbereinigt 3,2 Prozent. Auch das Betriebsergebnis liegt mit 970 Millionen Euro über dem Vorjahr (2024: 940 Mio. Euro).
«Die globalen Herausforderungen nehmen nicht ab. Dennoch konnten wir an unseren Wachstumskurs anknüpfen: Obwohl sich die verarbeitende Industrie nach wie vor in einer Schwächephase befindet und ein noch deutlicheres Umsatzwachstum verhinderte, setzten die handwerksnahen Bereiche ihre stabile Entwicklung fort.»
Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe
Die deutschen Gesellschaften der Würth-Gruppe schlossen das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 8,0 Milliarden Euro ab – ein leichtes Plus von 1,0 Prozent. Die Gesellschaften im Ausland wuchsen um 3,2 Prozent (währungsbereinigt 4,7 Prozent) und erzielten einen Umsatz von 12,6 Milliarden Euro.
Innerhalb der Würth-Linie entwickelten sich die beiden Divisionen Bau (+6,3 Prozent) und Auto (+1,6 Prozent) positiv. Bei den Allied Companies wuchsen die Geschäftsbereiche Elektrogroßhandel (+7,3 Prozent), Chemie (+6,7 Prozent) und Elektronik (+4,6 Prozent) stärker als der Konzern.
Ein ebenfalls überdurchschnittliches Wachstum verzeichnete der Bereich E-Business. Über die verschiedenen digitalen Vertriebskanäle wurden 5,2 Milliarden Euro Umsatz generiert. Der Anteil am Gesamtumsatz der Würth-Gruppe liegt mit 25,2 Prozent auf einem neuen Höchstwert.
Zum Jahresende 2025 gehörten 86.415 (2024: 88.393) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Würth-Gruppe, davon waren rund 44.000 im Vertrieb tätig.
Das Eigenkapital der Würth-Gruppe erhöhte sich auf 9,7 Milliarden Euro (2024: 9,2 Mrd. Euro) – ein Zuwachs von 5,1 Prozent. Auch die Eigenkapitalquote stieg erstmals über 50 Prozent (2025: 50,5 Prozent; 2024: 47,9 Prozent). S&P Global Ratings bestätigte erneut das A-Rating des Konzerns. Dies unterstreicht die finanzielle Stabilität und schafft gleichzeitig den nötigen Spielraum für zukunftsorientierte Investitionen.
Die Herausforderungen in Handwerk und Industrie werden zunehmend komplexer: Fachkräftemangel, Dokumentationspflicht, Kosten- und Zeitdruck verlangen ein Höchstmaß an Flexibilität im Arbeitsalltag.
«Dafür erwarten unsere Kunden intelligente, praxistaugliche Lösungen über alle Bereiche hinweg. Durch den konsequenten Einsatz von moderner Technologie, Digitalisierung und KI schaffen wir unseren Kunden spürbar Entlastung, um sie konkret in ihrem Wettbewerbsumfeld zu stärken.»
Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe
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Die Warenbeschaffung unserer Kunden läuft zunehmend über digitale Kanäle. Der Außendienstmitarbeiter ist nach wie vor das entscheidende Bindeglied zu unseren Kunden. Digitale Lösungen und KI helfen ihm, diese Rolle noch wirksamer auszufüllen. „Technologie schafft bei Würth nicht Distanz, sondern echte Nähe“, betont Friedmann.
Mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit des Konzerns ist diese Ausrichtung ein unverzichtbarer Schritt. Auch 2026 bleiben die globalen Herausforderungen unberechenbar und wirken sich auf die Wirtschaft aus. Hohe Arbeits- und Energiekosten lassen die Konjunktur auch in Deutschland nicht in Schwung kommen. Führende Wirtschaftsinstitute haben ihre Prognosen für 2026 bereits reduziert und erwarten für Deutschland derzeit lediglich ein geringes Wachstum von 0,6 Prozent. „Wenn es Politik nicht schafft, die strukturellen Rahmenbedingungen zu ändern, und vor allem die Verfahren zu beschleunigen, riskieren wir, dass viele unserer Industrieunternehmen zukünftig im Ausland investieren“, erläutert Friedmann. „Damit gehen Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland verloren.“
Die Würth-Gruppe konnte den Umsatz in den ersten vier Monaten 2026 um 3,2 Prozent steigern, währungsbereinigt sind es 4,6 Prozent. „Wir agieren seit Jahrzenten erfolgreich in volatilen Märkten und sind bisher aus Krisen immer gestärkt hervorgegangen. Das stimmt uns zuversichtlich. Auch das Handwerk wird als unverzichtbares Fundament unserer Wirtschaft morgen und übermorgen noch Bestand haben - als Treiber von Innovation und Stabilität“, blickt Friedmann nach vorne.
